Zärtlichkeit zieht Fülle an.

Wo kämen wir denn hin, wenn wir uns Zärtlichkeit erlauben?

Ein kleines bisschen Zärtlichkeit – und alles wäre gut, schreibt Kurt Tucholsky. Das Fatale an der Zärtlichkeit ist, dass wir nicht merken, wenn etwas aus unserem Leben verschwindet. Eine kleine Krise, und wir gehen auf Rückzug.  

Es ist wie bei Weintrauben oder Grapefruits: Wann zuletzt hast du darin einen Kern entdeckt? Richtig: Kerne im Obst gab’s im letzten Jahrtausend. Obwohl in ihnen die wertvollsten Inhaltsstoffe stecken, sind sie weggezüchtet worden,. Nun kaufen wir das Kernextrakt und greifen dafür tief in die Tasche.

In diesem Artikel spüren wir nach, wie sich eine Unterversorgung auswirkt und was eine tägliche Dosis Zärtlichkeit für deinen Körper, deine Beziehungen und deinen Erfolg bringt. Denn Zärtlichkeit zieht Fülle an. Sei gespannt.

In der Natur selbst trauen wir einer stolzen Frau nicht viel Zärtlichkeit, und einer zärtlichen Frau nicht viel Stolz zu. – Gotthold Ephraim Lessing

Ist Zärtlichkeit weiblich?

„Zärtliche Männer werden es zu nichts bringen.“ Ist es doch so, dass im patriarchalischen Kulturen Männer lernen zu kämpfen, und wenn etwas „leicht geht“, dies nicht als Sieg verbuchen können. Zärtlichkeit für andere Männer? – „geht gar nicht“. Einzig kleine Kinder und Haustiere, wenn vorhanden, sind ausgenommen.
Um zu den Hardlinern zu gehören, entledigen sie sich der Zärtlichkeit beim Heranwachsen und überlassen die Fertigkeit, Herausforderungen mit Sanftmut zu begegnen, den Frauen. Und so wachsen sie in der irrigen Hoffnung auf, dass Frauen ihnen mit Sanftmut begegnen und den selbst auferlegten Mangel an liebevoller Zuwendung ausgleichen. Dass da etwas gründlich schief läuft, liegt auf der Hand.

Papst Franziskus: Die Welt braucht mehr Zärtlichkeit.

„Zärtlichkeit? Wo soll ich die hernehmen? Ich bin Single.“ Dies bekam ich zur Antwort, als ich mich vor Jahren mit einem Kollegen über die revolutionäre Botschaft des Papstes unterhielt. Mich hat diese Aussage sehr nachdenklich gestimmt, denn ein Partner ist nicht die Lösung des Problems:

Der Alltag in langjährigen Paarbeziehungen ist häufig von Trostlosigkeit geprägt. Statt einer erfüllten Paarbeziehung, ähnelt manche Ehe mehr einer Wohngemeinschaft. Im Bett läuft zunehmend weniger. Hilflosigkeit angesichts eigener Bedürfnisse und der des Partners erstickt die einstige Liebe und Berührungen weichen zunehmend belanglosen Gesten. Tragisch ist, dass beide Partner sich nach Zärtlichkeit sehnen, dies aber nicht zum Ausdruck bringen können.

Zärtlichkeit ist längst nicht mehr weiblich

Vertrackt ist nämlich, dass sich Frauen in unserer Gesellschaft schon seit vielen Jahrzehnten an männlichen Erfolgsrezepten orientieren, um im Leben ihren „Mann“ stehen zu können. Und die Zärtlichkeit ging dabei vielen Frauen verloren.

Zärtlichkeit ist Klebstoff für gebrochene Herzen

Z wie Zärtlichkeit und wo sie in unserer Gesellschaft fehlt

Was uns selbst fehlt, können wir nicht weitergeben. Vor allem, wenn uns die Welt rau erscheint.

Der Mangel an Vitamin Z zieht sich durch Politik, Kirche, beruflichen Alltag, Sport, Schulen und Gefängnisse und vor Gericht: 

Verehrter Herr Richter, 

sind Sie jemals gesessen? 

Nicht nur so mal reingeschneit, nein, nein, für längere Zeit? 

Wissen Sie, wissen Sie, was dort das Schlimmste ist? 

Keine Zärtlichkeit! Keine Zärtlichkeit! – Konstantin Wecker 


Bevor du weiter liest, lade ich dich ein, Zärtlichkeit in deinem Körper zu spüren. Sie über deinen Atem in alle Zellen zu schicken. Zärtlichkeit will zugelassen und eingeladen werden.

Wenn Zärtlichkeit intim wird

Auf welchen Gebieten kannst du Zärtlichkeit einladen? Und wo bist du unterversorgt?

Einen Mangel an Zärtlichkeit spüren wir, wenn wir uns im Bad „fertig machen“, statt schön. Lieblosigkeit uns selbst gegenüber drückt sich in unseren Selbstgesprächen aus. Wenn wir in unserem Königreich Hast & Eile regieren lassen, statt Würde und Anmut. Wenn wir uns unseren Körper mit belanglosen Handgriffen abfertigen, statt uns zu berühren.

Durch meine langjährige intensive Beschäftigung mit unserem wundervollen Frauenkörper ist mir längst klar: Wenn unsere Seele zu kurz kommt, macht sie mittels Probleme auf sich aufmerksam.

Was sich nicht abbürsten lässt – muss man abstreicheln – Ovid

Jegliche Härte, Strenge, Verächtlichkeit uns selbst gegenüber dürfen wir abstreicheln. Durch sanfte Worte und Gesten. Vor allem jedoch durch Bewusstheit. Durch Selfpleasuring, (dafür gibt es in einem Land, in dem man sich mit Zärtlichkeit schwer tut, kein geeignetes Wort), kannst du dich ganzheitlich nähren und auftanken. Lavinia Lazar hat dazu einen lesenswerten Artikel geschrieben.

Wahre Selbstliebe ist gelebte und gespürte und vor allem empfangene Zärtlichkeit. Dies braucht ein fortwährendes Zulassen, Erlauben und Einladen. Vor allem weil wir all dem seit Jahrhunderten gnadenlos die Tür gewiesen haben. Wenn wir uns nicht länger mit Tätscheln abfertigen lassen wollen. Wenn ein „Nicht geschimpft, ist genug gelobt“ geheilt werden darf, braucht es eine Entscheidung:

Zärtlichkeit ist eine Investition in emotionale Weisheit

Bedingungslose Liebkosung. Erweckung unseres Fingerspitzengefühls. Die Wärme einer Umarmung. – All dies erhöht unsere emotionale Weisheit.

Kuscheln, zarte Berührungen und das neugierige Erforschen unseres wunder-vollen Körpers erzeugt das Wohlfühl- und Bindungshormon Oxytoczin. Streicheln ist weit mehr als Genuss, es ist eine psychologische, biologische und soziale Notwendigkeit. Alle unsere ausgehungerten und ausgezehrten Zellen werden genährt, prall und saftig. Zärtlichkeit macht anziehend und schön.

Zärtlichkeit zieht Fülle an

Auch wenn wir gelernt haben, dass Erfolg vor allem von harter Arbeit kommt: Zärtlichkeit ist eine Businessstrategie. Nachhaltig. Weiblich. Sinnlich und sexy.

Wenn wir magnetisch sein wollen für innovative Geschäftsideen, mehr Kunden, Fülle, Geld, dann macht es Sinn, dass wir einladend wirken. Und dies ist eine der völlig unterschätzten Nebenwirkungen des Glückshormones Z.

Sanfte Gesten, liebevolle und wertschätzende Zuflüsterungen wirken schwingungserhöhend und machen dich „gewinnend“. Ein besänftigender Ton lässt dich Kritik mühelos in Chancen verwandeln. Und eine täglich gelebte Praxis der Selbstliebe wird deine Angebote ganz von selbst verführerischer machen. Erfolg kann nicht ausbleiben, denn je mehr du deine Bedürfnisse würdigst, wird deine Haltung auch im Außen sichtbar und dann ist es wie bei Harry und Sally: Deine Kundinnen sagen sich:

Was die hat, will ich auch.

In meinem neuen Buch: MIT VERGNÜGEN – Erzählung – Von einer Frau auf dem Weg zu sich selbst, erfährt Nina, eine taffe Businessfrau, was sonst noch möglich ist. Und Zärtlichkeit gehört natürlich dazu.

Von A wie Anmut bis Z wie Zärtlichkeit

Ist Zärtlichkeit für dich Ressource oder Herausforderung? Wo siehst du noch Entwicklungspotential? Hast du Lust, mehr Zärtlichkeit in dein Leben zu integrieren?

Zärtliche Grüße

Birgit

6 Kommentare
  1. Susanne sagte:

    Liebe Birgit, ganz wunderbar zusammengefasst. Die Zärtlichkeit ist definitiv Ressource für mich, tiefgehende, wirkliche Berührungen, aber auch die Zärtlichkeit die rüberkommt in einem wohlwollenden, liebevollen Gespräch. Sich wirklich zu begegnen, und sei es auch nur für ein paar Minuten, die volle Aufmerksamkeit zu schenken, dass ist ein Teil von Zärtlichkeit für mich. Ich selbst bin da reich beschenkt mit meiner sehr liebevollen Tochter, einer sanftmütigen Katze und einem kuscheligen Mops im Rudel. Ich liebe es mehr Zärtlichkeit in mein Leben zu integrieren und bin von Berufswegen ja glücklicherweise mit viel Haut zu Hautkontakt für den Oxytocinboost gesegnet. Danke für den tollen Beitrag 🥰

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    • Birgit Faschinger-Reitsam sagte:

      Liebe Susanne, es heißt: das, was wir uns selbst geben, bekommen wir auch von außen. Wer jedoch gehemmt ist, sich selbst Zärtlichkeit zu schenken, kann sich ganz wunderbar verwöhnen lassen. Zum Beispiel durch eine köstliche Lomi Lomi-Massage, wie du sie anbietest. Manchmal braucht es einen Anstoß von einer liebevollen Person, um sich zu „erinnern“ an die eigene Brillanz und an die Schönheit des Lebens. Danke für deinen Kommentar.

      Antworten

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