Du wirst versucht sein, außer dir zu sein. Wütend, traurig. Vielleicht wirst du dich ablenken wollen. Stattdessen lade ich dich ein, meine Liebe, nimm eine Hand auf deinen Bauch und eine auf dein Herz und bleib bei dir, während du liest.

Das Jahr ist noch so jung und doch habe ich schon so viel erlebt…
Ich bin verstört – vor allem aber dankbar.


Mein Interesse gilt unseren Füßen als Wurzeln. als Instrument, zu uns zu stehen, für WohlSTAND, für Fortschritt… Schon längst ist mir klar, dass unsere Vorfahren starken Einfluss darauf haben, wie wir im Leben stehen.

Nun aber…
In einem Retreat wurde uns ein Text vorgelesen. Ein sachlicher Bericht eines Hexenprozesses. Nichts Spektakuläres, nur ein ganz normales, zänkisches Weib, das wegen eines nichtigen Vorfalls aus dem Leben gerissen wurde.

Aber darum geht es gar nicht. Es geht um Zahlen!

„So ordnete der Würzburger Fürstbischof 1631 an, dass alle Wochen auf Dienstag, außer wann hohe Feste anfallen, einen Hexenbrand zu thun. Jedes mal 20 oder 30 Weiber, 25 zum allerwenigsten… und nicht weniger als 15 auf einmal einzusetzen und zu verbrennen.“

Bisher war mir nur bewusst, was wir an Wissen dieser teilweise weisen Frauen verloren haben. Jetzt ist mir aber klar, in welcher Furcht und Panik ALLE Frauen und betroffenen Familienangehörigen damals lebten. UND ihre weiblichen Nachkommen. Traumatische Erfahrungen werden nonverbal über viele, viele Generationen weitergegeben…

Bis – an einem bestimmten Punkt Bewusstsein ins Spiel kommt und Heilung.

Wenn wir Teile unseres wunderbaren Frauenkörpers ablehnen, dann hat das Geschichte. Wenn wir unseren Busen nicht zeigen, unsere Scham verstecken, uns klein machen und ducken…

Es gilt, dass wir wieder in unsere Größe kommen

Wenn wir uns also um eine aufrechte Haltung bemühen, unsere Faszien dehnen, statt in den Boden – anderen wohlwollend in die Augen zu schauen, unsere Weiblichkeit wieder feiern lernen, dann bieten wir unseren Töchtern und Schwestern neue Spiegelbilder der Wertschätzung und Selbstermächtigung.

Ach ja: Und auch vergessenes Wissen taucht dann wieder auf…

Danke an Claudia Taverna und Awakening Women Institute Deutschland

Atme tief ein und mit einem Seufzen aus.

Schattenschwestern

Mit solch dramatischen Ereignissen galt es „fertig zu werden“, zu lernen, sie „irgendwie auszuhalten“. Jede für sich und bis heute, denn Schande und Scham werden weitergegeben, von Generation zu Generation. Es sitzt uns in den Gliedern, in Mark und Bein, bis auf die Knochen… Es ist längst in unseren Genen verankert und vieles davon hält uns Frauen heute noch klein. Lies dazu auch Wohlstand – und was Fußprobleme mit deiner Mutter zu tun haben.

Aber wenden wir uns noch kurz der Geschichte zu:

Unter Bischof Julius Echter von Mespelbrunn wurden in einer kleinen Stadt mit heute weniger als 1000 Einwohnern, also einer der kleinsten überhaupt in ganz Deutschland, und den umliegenden Dörfern 78 – Achtundsiebzig! Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. In der Chronik ist zu lesen, dass die Stadt damals seinen wirtschaftlichen und politischen Höhepunkt feierte. Es entstanden eine Kirche nebst Rathaus und Spital und Geld für neue Stadttore war auch noch übrig. Interessant zu wissen: Die Gequälten und ihre Familien wurden zur Kasse gebeten. Über Hexenverfolgung liest man kein Wort in der Stadtgeschichte.

Also suche ich weiter und werde fündig: „Über ein zweimal ausverkauftes Haus freute sich der Karnevalsverein bei seinen bunten Abenden. Motto: verhext und verzaubert.“

Ein bisschen gruselig und aufregend…

Was wir nicht aushalten können, wird totgeschwiegen, verdrängt und ins Dunkle geschoben. Und bei manchen Gelegenheiten, wird ein wenig die Decke gelüftet, sich gegruselt und Dampf abgelassen.

So nimmt es nicht Wunder, dass in manchen Orten am Faschingsdienstag „bei gutem Wetter die Hexenverbrennung stattfindet“. Dazu wird freundlich eingeladen und zum Transport eine Busfahrt arrangiert. Wohlgemerkt: Diese freundliche Einladung stammt nicht von 1631 sondern datiert aus 2016!

Im Allgäu findet man es nicht weiter schlimm, wenn alljährlich die Funkenhexe verbrannt wird. „Über den Holzstoß wird eine Strohpuppe gehängt, die meist eine Kittelschürze und ein Kopftuch trägt. Das ist die Funkenhexe oder Funkahex. Der Name ist aber etwas irreführend, denn beim Funkenfeuer geht es natürlich nicht um das Nachstellen einer Hexenverbrennung, wie sie im Mittelalter und der frühen Neuzeit üblich waren.“  

„Ein bisschen gruselig ist es ja schon, wenn die Funkahex an ihrer Stange im Nachthimmel brennt, aber auch sehr aufregend für die Kinder …“

Bist du noch bei dir? Karneval ist eine Möglichkeit, damit fertig zu werden und dient als Ventil. Wut und Empörung, und damit außer sich zu sein, eine andere. Beide helfen uns hier nicht weiter. Es gilt einen anderen Weg zu finden, den weiblichen Weg…

Es gilt einen anderen Weg zu finden, den weiblichen Weg…

Verantwortung

Was wir lernen können, ist das Dunkle anzuerkennen und zu halten. Mit unserem Atem zum Beispiel. Und mit offenem Herzen. Das ist etwas gänzlich anderes. Wir erkennen, dass wir keine Schuldigen suchen müssen. Dass wir keine Verantwortung übernehmen müssen für das, was geschehen ist, ja, gar keine Verantwortung übernehmen können.

Wohl aber dafür, wie wir heute damit umgehen. Und dafür braucht es Bewusstsein.

Deinen Körper wieder in Besitz nehmen

Es gab genau zwei Möglichkeiten für Frauen, sich zu schützen:

  • sich unsichtbar machen und körperlich unattraktiv oder ins Kloster zu gehen
  • sich in den Augen der Männer so attraktiv oder hilfsbedürftig wie möglich darzustellen und zum Objekt zu werden

Andere Möglichkeiten gab es nicht, denn es galt als Frau nicht aufzufallen – oder eben alles dranzusetzen, um wichtig und begehrenswert genug zu sein – einerlei: beides grenzte an Selbstaufgabe.

Bis heute spüren sich viele Frauen nicht in ihren Körpern. Nehmen ihn nur wahr, wenn er schmerzt. Es wird operiert, was nicht schön genug ist, sie vergleichen sich mit anderen, fasten aus fraglicher Motivation oder stopfen aus Frust in sich hinein. Lustvolles Liebesspiel ist für sie etwas, das sie aus Illustrierten kennen…

Dabei ist es unser Körper, der uns die Möglichkeit bietet, in unsere Größe und Würde zu kommen. Möglichkeiten, unseren Selbstwert zu steigern und uns tief zu empfinden sind

  • Tanz und Bewegung, Dehnen und Schwitzen, deine Kraft spüren
  • Keuchen und Stöhnen, Singen oder Jodeln, stimme dich ein und erfahre deinen Resonanzkörper
  • Lust und Leidenschaft – ob beim Liebesspiel oder transformiert in Begeisterung für deine Arbeit
  • Mit allen Sinnen Kunst schaffen und präsent auf der Bühne zu stehen

Erlaubnis und Selbstermächtigung

Zurückholen dürfen und müssen wir auch unseren weiblichen Ausdruck, ob in Form eines edlen Duftes, individueller Kleidung, Schmuck und der Art und Weise, wie wir unsere Haare tragen, für uns selbst wohlgemerkt und nicht aus der Überlegung heraus, ob das gefällt. Zu oft sind wir uns selbst gegenüber alles andere als großzügig. Spüre in dich hinein, welchen Unterschied es macht, deine Lippen mit einem edlen Stift sinnlich rot anzumalen. Und wie frau sich beim Auftragen eines billigen Fettstiftes auf gespitzten Lippen fühlt – oder eher – nicht fühlt.

Nur wenn wir lernen, uns ganzheitlich zu nähren und auch in kleinen Dingen zu uns großzügig zu sein, werden wir auch von außen empfangen. Denn das, wonach wir uns sehnen, müssen wir uns erst mal selbst geben.

Der weibliche Weg

Es ist an der Zeit, dass wir auch den dunklen Seiten in uns Raum geben und uns mit unerlösten Themen beschäftigen, ohne ins Drama einzusteigen. Zeiten der Stille, Auszeiten wie sie uns die Raunächte bieten, die Zeit Rund um die Monatsblutung oder Jahresfeste bieten dazu Gelegenheit.

Wir Frauen haben auch die Fantasie und Begabung, Orte zu erlösen. Durch ein Innehalten, können wir so manchen Kummer, der seit langem einem Platz anhaftet auflösen. Dankbar bin ich auch über den Hinweis, dass „statt der Hexenacker und Pranger ganz viele Heiligstätten und Darstellungen germanischer Göttinnen zu finden… das göttlich weibliche wächst an diesen Stellen wird neu sichtbar für diejenigen die achtsam sind. Mir fällt jedenfalls auf, dass Marien Darstellungen seit Jahren manchmal mit so vielen Kerzen versehen sind, dass man die Wärme auf der Straße beim vorbeigehen spüren kann…“ 

Als Mütter und Vorbilder achten wir auf unsere Sprache. Wir werden zunehmend bewusster und weiser in der Wahl unserer Worte. So wie wir auch immer mehr das in Frage stellen, was wir seit Generationen ungeprüft übernommen haben, ob das die Glaubenssätze sind oder die Art und Weise unserer täglichen Ernährung.

Wichtig ist auch, dass wir in unserer Arbeit, im Business, in der Kunst nicht länger zurück halten, sondern in die Sichtbarkeit kommen, unseren Wert erkennen und zu uns stehen.

Vor allem aber: der Weibliche Weg ist keiner, den du alleine gehst. Es ist die Gemeinschaft und die Verbundenheit mit anderen Frauen, die sich gegenseitig unterstützen, Mut zusprechen und sich in ihrer Einzigartigkeit wahrnehmen und feiern.

Alles Liebe

Birgit

P.S. Dieser Artikel hat einen schönen Platz in meinem Buch DAS LEBEN SCHMECKEN – Weiblichkeit ist kostbar gefunden. Wenn du dich auf den weiblichen Weg machen willst, wirst du dieses Buch lieben.

P.P.S. Mit zitternden Händen habe ich diesen Artikel geschrieben. Nun bist du dran. Schreib einen Kommentar.

Und – hoffentlich – keiner, der nur den Frauen offen steht! Danke für diesen erschreckend eindringlichen Impuls aus einer grausamen, aber wahrlich nicht abgeschlossenen Vergangenheit. Wenn wir hier und heute – wenigstens offiziell – Empathie und Interessensausgleich als den besseren Weg des Miteinander betrachten, dann ist das ein Sieg des zukunftsweisenden Weg des Weiblichen Yin über das den Konkurrenten vernichten wollende, Jahrtausende lang durch simple Körperkraft und nebenwirkungsblinde Ignoranz überlegene alte Yang! Der achtsame Weg beginnt mit dem Yin und nutzt die Kraft des Yang im umsichtig abgesteckten Handlungsfeld. Den können wir gemeinsam gehen und zutiefst genießen auf unseren gut verwurzelten und beachteten Füßen. Danke für deine lehr- und hilfreichen Beiträge! „- Tom

40 Kommentare
  1. Claudia sagte:

    Toller Artikel, Birgit. Danke, dass du auf deine ganz wundervolle Weise dazu beiträgst, noch mehr Bewusstsein für all die unterschiedlichen Aspekte des Frauseins und der Weiblichkeit zu schaffen.

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Claudia,
      den Stein hast du ins Rollen gebracht 🙂 Ich bin dir dankbar für deine wunderbaren Frauenkreise.
      Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  2. Birgit Baßier sagte:

    Liebe Birgit,
    Dein Artikel hat mich nochmal sehr berührt und nochmal vor Augen geführt, wie unfassbar wichtig es ist, das Weibliche wieder sichtbar zu machen, und mit Stolz und Leidenschaft den weiblichen Weg zu gehen!
    Danke dafür aus tiefster Seele……
    Birgit
    p.s. werde Dich verlinken!

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Namensschwester 🙂
      Anmut und Würde, Leidenschaft und Stolz, das sind Eigenschaften, die von Bravheit überdeckt wurden. Die Zeiten ändern sich gerade.
      Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  3. Ani sagte:

    Dankeschön, für deinen Mut. Es ist krass, was ich an Zahlen lese. In meiner Kehle macht sich ein Knoten bemerkbar, der stetig ansteigt. Mir geht die nackte Angst durch den Körper, tief in die Knochen zieht die Kälte, die der Schrecken in den vorangegangenen Schwestern hinterlassen hat. Es ist schwer sich selbst wieder sichtbar zu machen mit all den Gaben, all dem Wissen, was in uns schlummert und wiederentdeckt werden will. Wir schreiben, singen, tönen und sind kreativ, jede auf ihre Weise, in ihren Tempo. Unser Licht wird heller und strahlender und erreicht jedes Herz in der Dunkelheit, früher oder später.

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Ani,
      wie eindrücklich du schilderst, welche Körperregungen wir sonst unterdrücken. Den Kloß im Hals zu spüren und zu wissen, das hat etwas damit zu tun, mit dem wir gerade konfrontiert werden. Unser Körper spricht gerade mit uns. Scham und Angst, Wut und Trauer nicht „weghaben“ wollen, sondern im Körper Raum geben. Heilung geschieht nicht dadurch, dass wir weglaufen und auch Zeit heilt keine Wunden, wie wir tief empfinden können. Zulassen, Anschauen, Spüren, Loslassen… Und dann, wie du es so schön umsetzt, ausdrücken durch Kreativität.
      Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  4. AnnetteB. sagte:

    Liebe Birgit,

    vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag und ich bin sehr berührt, dass Du meine Worte zitiert hast.

    Ich machte diese gruselige Entdeckung vor 15 Jahren und meine künstlerische Antwort, die kleinen Göttinnenfiguren, die eine große Ohrmuschel direkt in ihr Herz haben unter ihrem prallen Busen, einen großen gewölbten Bauch und kräftige Hinterbacken, habe ich während meines Kunststudiums gemacht… sie haben eine verheerende Kritik im Rundgang bekommen und eine größere Figur aus der gleichen Serie ist von einem Fotografen in eine Werbebroschüre über die Hochschule aufgenommen worden, ohne mich zu fragen, oder mit meinem Namen zu versehen.

    Ich habe 15 Jahre gebraucht diese Figur als das tröstlichste anzusehen, was mir zu diesem Thema einfällt.

    In meiner göttlichen weiblichen Mitte stehen, ein großes Ohr an meinem Herzen, ein offenes Ohr, und dann das Staunen… in meinem wundervollen dunklen Frauenkörper kann ein neuer Stern geboren werden. Die Schandtaten der Menschheits-Geschichte haben im weiblichen Unbewussten ein schwarzes Loch geschaffen, indem Sterne verglühen, all unsere Ideen und Ideale, die wir nicht bis zu Ende führen, weil uns die Wertschätzung für uns und unsere urgöttliche Bestimmung fehlen und die Scham erwachsen aus dem Gefühl an all diesen dunklen Taten irgendwie Mit-Verantwortung zu tragen…
    und auch im Göttinenuniversum erkenne ich erstaunliches… da fühl ich mich immer ganz besonders den schwarzen Madonnen verbunden…in den heiligen Nächten habe ich die schwarze Madonna vom Montserrat in Spanien besucht, hier ist es nicht der Knabe, der die neue Welt in der Hand hält, sondern sie… die schwarze Madonna vom Montserrat

    Liebe Güße
    AnnetteB.

    Antworten
  5. Ute Tacke sagte:

    Dein Artikel holt das Geschehen in die Gegenwart und ins Bewusstsein. So viele Bücher sind geschrieben worden. So viele Filme in denen die Hexenverbrennungen, das Leid, die Angst die Qualen, die Ohnmacht der Verfolgten, Gefolterten und Ermordeten und ihrer Familien thematisiert wird. Und auch die Verblendung, die Verrohung, die absolute Gefühlskälte, die Macht, die Herrschaft wird gezeigt und beschrieben. Hier in Dinkelsbühl gibt es im Heimatmuseum eine Dauerausstellung dazu! Und trotzdem bin ich unberührt – weil ich gelernt habe zu verdrängen, damit mich die Ohnmacht nicht überwältigt oder damit ich nicht mit meiner eigenen Schattenseite konfrontiert werde, die nach Gerechtigkeit und Vergeltung schreit, die den Tätern wünscht, dass sie auch im Feuer unter schlimmsten Qualen umkommen….
    Die Recherche und das Bild der sehr kleinen Stadt – und die beiden Zahlen für den extrem hohen Anteil der Verbrennungen und die Schilderung der bürokratischen diensttäglichen Durchführung ist nun doch noch einmal bis ins Gefühl bei mir vorgedrungen. Ich glaube alle Frauen, die ein Selbstbestimmtes Leben führen wollen, kennen es! Die Angriffe, denen wir ausgesetzt sind, sind zum Teil immer noch schwerwiegend, gesundheitsgefährdend und lebensbedrohlich, auch in unserem ach so aufgeklärten Westen! FRAUEN MÜSSEN STERBEN, WEIL SIE FRAUEN SIND!
    FRAUEN SIND NICHT SCHULDIG ODER SÜNDIG WEIL SIE FRAUEN SIND! Wir können uns und anderen Frauen helfen indem wir bewusst mit der Vergangenheit und der Gegenwart umgehen.

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Ute,
      ich habe mir etwas Zeit gelassen, weil ich deine Worte in mir bewegen lassen wollte. Ich habe mich gefragt, warum wir so häufig unberührt sind, trotz der offensichtlichen und himmelsschreienden Ungerechtigkeit.
      Durch den nachfolgenden Kommentar wurde mir klar, dass wir uns von ganz wertvollen Ressourcen abgeschnitten haben. Zum Beispiel dem Geschichtenerzählen aber auch dem Jammern, dem ich einen eigenen Artikel gewidmet habe https://birgit-faschinger-reitsam.de/jammern-fuer-profis/
      Beides öffnet unser Herz in Zeiten der Abgeklärtheit.
      Danke für deinen mutigen Kommentar!
      Alles Liebe
      Birgit

      Antworten
  6. Brigitte Reuter sagte:

    Liebe Birgit,
    „Heilkundige auf der ganzen Welt sind davon überzeugt, dass es wichtig ist, die vier universellen Heilmittel, die wie Balsam auf der Seele wirken, zu erhalten oder wieder zu entdecken:
    – das Geschichtenerzählen
    – Singen
    – Tanzen und die
    – Stille“

    Angeles Arrien, eine Kulturanthropologin hat dies in ihren Buch „Der vierfache Weg – den inneren Krieger, Heiler, Seher und Lehrer entwickeln“ beschrieben. Das ging mir durch den Kopf, als ich Deinen Artikel las. Ich wünsche uns Frauen ganz viel davon, dann sind wir mit uns in Verbindung, spüren uns und treffen die für uns stimmigen Entscheidungen. Danke liebe Birgit, für Deinen Mut!

    Alles Liebe, Brigitte

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Brigitte,
      vielen Dank für deine bereichernde Ergänzung. Das Geschichtenerzählen kommt in unserer „Erwachsenenwelt“ viel zu kurz. Am liebsten würde ich das jetzt so stehen lassen, dennoch finde ich, dass auch das liebevolle und bewusste Schaffen mit den Händen sehr viel Trost bringt. Backen, Handarbeit, Malen… Ach ja: und sich dabei Geschichten erzählen lassen 🙂
      Alles Liebe
      Birgit

      P.S. Der Mut stellt sich von allein ein, wenn wir unserem roten Faden folgen.

      Antworten
  7. Elke Kaiser sagte:

    Liebe Birgit,
    Kloß im Hals, Tränen in den Augen.
    Vom Artikel und den bewegenden Kommentaren.
    Ich hab das Gefühl, diese Frauengemeinschaft könnte zu mir passen. Danke, dass du mich gefunden hast!
    Herzlichen Gruß!
    Elke

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Elke,
      im geschützten Rahmen eines Frauenkreises all die Facetten widergespiegelt zu bekommen, die uns selbst meist gar nicht bewusst sind; uns aus der Tiefe heraus weiblich zu fühlen und ein Gespür von Kraft zu erfahren, die so ganz und gar nichts mit der Yang-Qualität zu tun hat, derer wir uns aus Unwissenheit sonst bedienen…, das nährt, macht uns von innen heraus schöner und handlungsfähig.
      Wer sucht, der findet.
      Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  8. Rebecca sagte:

    Liebe Birgit,

    Fast 2 Monate nach unserem retreat mit claudia entdecke ich deinen post per Zufall- oder besser Fügung. Danke für das weiterdenken und erforschen dieses Themas….. ich bin wie du auch überzeugt das wir nun daran sind immer mehr in uns und durch uns das weibliche kollektive zu stärken, heilen, in die Sichtbarkeit zu bringen….
    Lieben Gruss dir, Rebecca

    Antworten
  9. Michèle Pellegrini sagte:

    Liebe Birgit,

    ein mich sehr tief berührender Beitrag. Herzdank.

    Ja, das was mit Frauen alles „getrieben“ wurde, davon sind wir nicht einfach frei. Es wirkt bis heute. Jedoch, so meine Wahrnehmung, ganz langsam kommen wir Frauen aus der Dunkelheit der uns unterdrückenden Aspekte, mehr und mehr heraus – zum Wohle von uns allen … Zum Wohle von Mensch (Frau wie Mann), Tier und Natur.

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Michèle,
      Frauen wollen wieder „gesehen“ werden, als das was wir sind. Und das ist not-wendend für das Wohl unserer Gesellschaft. Denn wenn Frauen unsichtbar sind und ihr wertvolles Potential nicht erkennen und leben, fehlt uns etwas. Wir sind nicht ganz. Jeder Übergang ist holprig und es braucht Überwindung aber ich spüre und sehe bereits die Veränderung.
      Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  10. Denisa Vadala sagte:

    Vielen Dank für diesen super guten Artikel! Das weibliche Kollektiv und seine Verletzung ist ein Themengebiet, mit dem ich mich seit vielen Jahre beschäftige. Und ich bin so froh, dass es viele andere wundervolle Frauen auch tun – so wie du! Danke nochmal vom Herzen dafür!

    Die „Verbindung“ zum Dienstag wusste ich nicht – und jetzt wird mir dieser Aspekt nochmal bewusst. Der Dienstag wird dem Planeten Mars zugeordnet. Der Gott Mars (in der römischen Götterwelt, Ares in der griechischen), war der Gott des Krieges. Auch im heutigen Sprachgebrauch üblich „martialisch“ für „kriegerisch“ zu benützen. Das dazu geordnete Metall – Eisen!

    Eine sehr verhärtete, kriegerische, extrem steife und zugespitzte Energie….und sehr in Resonanz mit der Inquisition – und den Inquisitoren. Die Inquisition kommt ursprünglich geschichtlich gesehen aus Spanien – und hier war auch die Hochburg der sogenannten spanischen Mode (um 1550).

    Ich finde innere Zusammenhänge wahnsinnig spannend – so wie du diese in Verbindung mit unseren weiblichen Körper bringst – schaue ich hinter den Kulissen und verbinde historische, mythologische, soziale und archetypische Informationen. Es ist, als ob Puzzle-Stücke plötzlich zueinander finden – und deine Information ergab für mich ein fehlendes Puzzle-Stück. Daraus entstehen dann komplexe Zusammenhänge.

    Die spanischen Mode – die übrigens nicht nur in Spanien getragen wurde – jedoch da am längsten) war durch eine große Starre ausgezeichnet. Und jetzt kommst – die Damen trugen ein Korsett. Na klar, das trugen die damals eben – war so üblich. Ja, ich weiss, aber in der Zeit der Spanischen Mode waren ihre Korsetts aus Eisen!!! Das hinterließ üble Narben auf dem Körper!

    Vielleicht sind diese Narben auf unsere weiblichen Körper nicht mehr mit dem bloßen Auge sichtbar – und in unser System sind sie vorhanden und haben eine Auswirkung auf unser aktuelles Leben.

    So wertvoll deine wunderbare Arbeit, liebe Birgit! Danke für deinen Weg!

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Denisa,
      vielen Dank für deinen wertvollen Kommentar. Besonders gefällt mir, wie du den „Dienstag“ beleuchtest. Und weil du das Korsett erwähnst: Gerade kümmere ich mich um das Thema Kiefer. So unglaublich viele Frauen leiden unter einem angespannten Kiefer. Ein Maulkorb ist letztlich auch eine Form eines Korsetts. Frauen wurde der Mund verboten. Über Jahrhunderte. Wenn eine Frau sich beschwerte, war sie ein keifendes Weib. Tiefsitzende Verspannungen werden wir deshalb nicht mit mechanischen Übungen alleine lösen. Dazu ist es not-wendend, dass wir Zärtlichkeit, Vertrauen und Liebe einladen – bis in unsere Zellen.
      Frauen wie du tragen dazu bei. Und dafür danke ich dir.
      Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  11. Angela Hoffmann sagte:

    Liebe Birgit, ein eindringlicher Artikel- für mich für ein Verstehen, warum manches in uns wundervollen Weibern sich noch so fühlt, wie es fühlt… und ein Aufruf für unsere Schönheit, unsere Einzigartigkeit, unsere Weisheit und Liebe- unsere liebende und geliebte erwachende Weiblichkeit,

    und ich mag hinzu fügen: gemeinsam mit der liebenden und geliebte erwachenden Männlichkeit.

    Das ist, was ich als Essenz spüre und womit ich so sehr Resonanz habe.

    Danke dir für diesen deinen mutigen klaren aufklärenden Artikel und den Glauben an den weiblichen Weg!

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Angela, vielen Dank. Auch dafür, dass du die erwachende Männlichkeit ins Spiel bringst. Je mehr wir Frauen zu uns stehen, umso mehr sind wir unseren geschätzten Männern ein Gegenüber. So können beide wachsen. Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  12. Petra Henkenjohann sagte:

    Liebe Birgit,
    dein Blogbetrag ist wunderbar! So bringt er doch Verständnis, Aufklärung und Erlösung für das Kollektiv!
    Vieles war mir bereits klar, dennoch gibt es immer wieder Neuigkeiten aus der Vergangenheit, die mich nachdenklich machen (so auch der Dienstag).
    Vielen von uns Frauen ist sicher bisher noch gar nicht klar gewesen, welche Auswirkungen die damaligen Hexenverbrennungen auf unser jetziges Leben und auf das Kollektiv haben.
    Durch Frauenkreise und Rituale sowie auch durch Information darf nun endlich Vieles erlöst werden!
    Vielen Dank für deinen wundervollen Beitrag!

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Petra, und ich denke, dass du eine der Frauen bist, die etwas dazu beitragen, dass so manches ans Licht kommt. Vielen Dank dafür und alles Liebe für dich – Birgit

      Antworten
  13. Ilona Tamas sagte:

    Liebe Birgit, ich danke dir für diesen Artikel. Ja, die Angst sitzt uns bis heute in den Knochen, uns sichtbar und damit angreifbar zu machen. Ich freue mich über jede Frau, die sich zeigt und es dürfen noch viel mehr werden. Die politischen Zustände sind gerade nicht ermutigend, um so wichtiger ist, dass wir aufrecht weiter gehen und nicht wieder anfangen, uns zu ducken.
    Herzliche Grüße, Ilona

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Ilona, in unsere Größe und Handlungsfähigkeit kommen wir nur, wenn wir bei uns sind. Unsere Weisheit sitzt im Bauch und unser Mut im Herzen. Jetzt und hier können wir etwas bewegen. Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  14. Stefanie Wißmer sagte:

    Liebe Birgit,
    Dein Artikel berührt mich sehr. Ich merke, wie viele Felder es gibt auf die ich mich (noch) nicht hinaus traue. Auch die Verbindung zu meinem Körper ist selten vorhanden. (Interessant auch, was Du im Kommentar zu dem Kiefer erwähnt hast.) Ich liebe es mit Frauen in Kreisen zusammen zu kommen, hieraus erwächst unsere Kraft. Ich habe gelesen, dass die Erfindung der Kleinfamilie (Vater, Mutter, Kind) die wirkungsvollste Strategie des Patriarchat zu seinem Machterhalt war. Und es macht Sinn für mich. Wir Frauen ziehen unsere Kraft aus dem Austausch, aus der Verbindung mit der Natur und unserem mystischen Wissen. Wo sollen wir da bei einem männlichen Partner Futter und Nahrung erhalten? Die Fixierung auf den Mann ist die selbstgemachte Trennung von unseren Ressourcen. Ich wünsche mir Frauen, die wie auf Deinem Bild, in ihrer Größe auf die Bildfläche treten, mit all ihren wundervollen Rundungen, die Welt ein Stück weicher und verbundener machen.

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Stefanie,
      um in unsere weibliche Kraft zu kommen, ist es essentiell, dass wir wieder lernen, was uns nährt. Dass wir rechtzeitig auftanken, bevor wir uns erschöpfen. Eine Frau in ihrer Kraft ist einem Mann ein Gegenüber. Dann ist es ein Spiel von Yin und Yang und kein Aufzehren von Kräften. Ich freue mich sehr, dass du dich traust, dich zu zeigen. Verletztlichkeit zu zeigen ist keine Schwäche. Obwohl uns das zu lange eingeredet wurde. Es ist Stärke. Und dazu gratuliere ich dir. Alles Liebe – Birgit

      Antworten
  15. Karima sagte:

    Toller, wachmachender Artikel.

    Zu viel und zu lange wird totgeschwiegen, was war…und wenn ich an unsere heutige Zeit denke, ist Hexenvervrennung immer noch mehr als üblich.
    Seien wir mutig, uns vernetzt miteinander in unserer ganzen Einzigartigkeit und Kraft zu zeigen. Und Wunder können geschehen.

    Antworten
  16. Martina Klouda-Lacina sagte:

    Liebe Birgit!
    Wie dankbar bin ich, dass hier bei dir zu lesen.
    Natürlich nicht, über die Tatsache, dass diese Grausamkeiten geschehen sind.
    Sonder deshalb, weil du auch eine derer bist, die aufdeckt und sichtbar macht, was viel zu lange im kollektiven Schatten verborgen war.

    Das was in Traditionen weitergelebt wurde, wurde unbewusst am leben erhalten. Und wird noch.

    So viel, was wir als „normal“ erleben, einfach, weil wir es nicht anders kennen, ist einfach FALSCH.

    Danke für deinen Mut in deine Kraft zu gehen und zu handeln, und du all das formulierst.

    Mit aufgewühltem Herzensgruß
    Martina

    Antworten
  17. Riccarda sagte:

    Ich glaube ich habe nun zum ersten Mal die wahrhaftige Situation von Frauen verstanden. Zum ersten Mal verstanden, wo die Probleme sind und auch, warum so viele von uns uns nicht zeigen können und wollen.
    Mit dem Kopf wusste ich es natürlich, aber nun ist es irgendwie anders in meine Zellen eingedrungen. Großrtiger Artikel – danke.

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Danke, liebe Riccarda,
      auch mir ist sehr deutlich klar geworden, wie sehr wir geprägt sind von Mustern, die wir ungefragt übernehmen. Wenn das Bewusstsein für diese Prozesse anwächst, werden wir in unserem Ausdruck freier und lebendiger.
      Liebe Grüße – Birgit

      Antworten
  18. Martina Klouda-Lacina sagte:

    Birgit, wie schön zu wissen, dass es Frauen gibt, die wie du den weiblichen Weg begehen, ergreifen, erfühlen.

    Wir sind schon viele, und werden immer mehr. Das gibt Hoffnung.

    Es freut mich sehr, dass uns das Leben zueinander geführt hat.

    Auf in die Sichtbarkeit!

    Herzlichst
    Martina

    Antworten
    • Birgit sagte:

      Liebe Martina,
      seit ich den weiblichen Weg gehe, bin ich nicht mehr allein. Ich bin mutiger und komme schneller voran mit meinen Herzensprojekten. Vielen Dank für deinen Kommentar. Sister-Hug – Birgit

      Antworten

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.